… Ob er es jemals erfahren würde? Warteten Krissy und Tom immer noch da oben? Wenn es nur endlich Antworten gäbe. Ungewissheit war immer schlimm. Aber jetzt hatte er andere Probleme. Das Lampenöl reichte höchstens noch einen halben Tag.
Der Mann mit dem Licht wirkte wie ausgewechselt. Kevin mutmaßte, dass es an Susis Reaktion lag, als sie sich vorhin begegnet waren. Jetzt glänzte Zuversicht in seinen Augen wenn er sprach. Kevin befragte ihn zum Lagerleben und bekam bereitwillig Auskunft. Das Lager organisierte sich hauptsächlich selbst. Es galt die einfache Devise: Arbeit gegen Nahrung. Darüber hinaus wurden die Gefangenen sich selbst überlassen. Das war effizient und sparte Ressourcen. Hier gab es nichts! Man konnte nirgends hin und damit gab es auch nichts zu bewachen. Einzig die Arbeiter mussten in Schach gehalten werden. Das funktionierte hervorragend über Hierarchie, Privilegien, Einschüchterung und Druck.
Im Talkessel gab es ein Überwachungssystem, welches permanent nach unerlaubter Technologie scannte und Alarm schlug, wenn irgendwo ein Gerät mit Energie betrieben wurde. Daher auch das Öllicht.
Er berichtete, dass schon lange über einen Aufstand geredet wurde. Aber auf diesem überwachten Gelände war das nahezu unmöglich und wenn, dann musste es wirklich perfekt geplant sein. „Man erzählt, dass vor Jahren schon einmal eine Rebellion stattgefunden haben soll. Die Reaktion der Kolonieleitung hat vielen das Leben gekostet. Diejenigen, die nicht direkt vernichtet wurden, sind dann verhungert. Seit dem beißt hier niemand die Hand, die einen füttert.“
Immer wieder versuchte Kevin die Unterhaltung Richtung Susi zu lenken. Was wusste sein Gegenüber? Die Kunde ihrer Ankunft schien sich zumindest wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Wer war sie? Wie es aussah hatte ihr Eintreffen die Stimmung im ganzen Lager verändert.
Doch der Lampenträger senkte immer dann seinen Blick, wenn Kevin auf Susi zu sprechen kam und wich geschickt aus.
Sie liefen oder krochen eine gefühlt Ewigkeit, dann war das Lampenöl erschöpft. Die Gruppe war es ebenfalls. Weinend rannte das kleine Mädchen zu einer Frau, nachdem es die ganzen Stunden so tapfer mitgelaufen war.
„Inzwischen sind wir doch bestimmt mindestens fünf Kilometer gelaufen“, bemerkte Kevin.
Keiner antwortete. Sie alle hofften nur noch auf ein Wunder. Schon oft hatten sie Berge lockeren Gerölls wegräumen müssen, welches den Weg versperrte und gehofft, dahinter Tageslicht zu erblicken. …
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