… Er schützte seine Augen mit der Hand. Die Wüste war felsig und zerklüftet. Eine riesige Steinhalde. Dann entdeckte er einen schmalen dunklen Streifen am Horizont. Dort begann der schützende Wald, von dort kamen sie. Dort wartete das Grauen der Gefangenschaft. Auf der anderen Seite herrschte die Gesteinswüste, gnadenlos und lebensfeindlich. Sie würde jeden vernichten, der sich für sie entschied. Da gab es nichts außer Steinen, unzählige, bis zum Horizont. Und irgendwo, viel, viel weiter entfernt mündeten die Steine dann ins Meer.
So sehr es schmerzte, wenn sie überleben wollten, dann mussten sie zurück Richtung Kolonie.
In der gleichen Richtung wie der schmale, kaum wahrnehmbare Waldstreifen, etwa vier Kilometer vor ihnen, ragte auch der mobile Verwaltungskoloss wie ein gewaltiger irrealer Fremdkörper in den Himmel.
„Hey, wir haben den Energiezaun umgangen, der uns von der Zentrale fernhielt“, bemerkte der Arbeiter, welcher neben Kevin auf dem Felsblock lag und umfasste seinen Blaster fester. „Das ist eine einmalige Chance. Die haben ihre Aufmerksamkeit und Streitkraft auf den Talkessel konzentriert. Besonders im Moment, bei den Tumulten da unten. Wenn wir ihnen jetzt in den Rücken fallen...“
„Du hast Recht!“, stimmte ein Anderer zu. „So eine Gelegenheit kommt nicht gleich wieder.“
Die Frau mit dem Kind, welche die anderen Amachisaka nannten wischte sich eine Strähne aus dem Gesicht: „So treffen wir sie an einer verwundbaren Stelle und können unseren Leidensgenossen im Tal eine Atempause verschaffen.“ Sie hielt das Kind fest umklammert. „Du wirst nie wieder dort hinunter müssen, das verspreche ich dir.“ Entweder wir schaffen das oder... alles war besser als das da.
…
Kevin war mit diesen Leuten nun schon seit Stunden unterwegs, aber die Namen konnte er einfach nicht behalten, geschweige denn aussprechen. Er musste an Susi denken, ob sie noch lebte? Die Chancen standen nicht gut, selbst wenn sie den Felssturz überstanden hatte. Er griff nach dem metallischen Schmuckstück, welches er von ihr erhalten hatte und seit dem als Talisman bei sich trug. Würde er es erfahren, wenn ihr etwas geschah? Noch wusste er nicht, wie heiß sich der Kampf im Talkessel inzwischen tatsächlich entwickelt hatte.
„Okay, erleichtern wir euren Leidensgenossen da unten die Arbeit. Wir sind zwar nur ein paar Leute, aber im Moment ist mein Vorrat an Alternativen aufgebraucht. Weiß einer, wie dieser Koloss da vorn gesichert ist? …
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