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…  In seinen Gemächern angelangt, setzte sich Sunu wieder auf seine Liegestatt. In seinem Kopf hämmerten die Worte: „Zu spät!“ und schienen jeden anderen Gedanken zu tilgen. Schon einmal war er zu spät gekommen und auch da hatte es einer jungen schönen Frau das Leben gekostet. Warum nur hatte er nicht mehr auf Tuja geachtet? Schließlich war sie, wie die göttliche Gemahlin, seinem Schutz unterstellt. Sicher hatte niemand ahnen können, dass sie selbst in ihren Gemächern – mit einem Wachposten vor der Tür – in Gefahr schwebte. Sunu vergrub den Kopf in den Händen und zerwühlte sich das dunkle Haar. Tunip, der mit seinem Herrn in die Räume zurückgekehrt war, verließ diese leise und kehrte wenig später mit einem Alabastergefäß voller Dattelwein zurück, welches er einem vorüberhastenden Diener vor der Türe wortlos aus den Händen gerissen hatte. Aus einer der Truhen nahm er zwei Kupferbecher und schenkte sie wortlos voll; dann reichte er einen davon seinem Herrn. Sunu ließ die Hände von seinem Gesicht gleiten und griff nach dem Getränk. Er schüttelte den Kopf, um wieder klare Gedanken fassen zu können. Nach einem guten Schluck Wein gelang ihn dies schon besser. Normalerweise trank er eher selten und nie zuviel. Doch zurzeit konnte man wohl nichts, was sich in seiner Umgebung ereignete, als normal bezeichnen. Sunu erhob sich mit dem Becher in der Hand und stellte ihn auf den Schreibtisch. Wenn Tuja bereits im Haus des Todes lag, würde er kaum noch nachweisen können, dass sie keines natürlichen Todes gestorben war, was wahrscheinlich sowieso schon äußerst schwierig sein würde und mindestens des Leibarztes der Königin bedurfte. Wer erst einmal am jenseitigen Ufer auf dem kalten Stein lag, war von den Ärzten bereits abgesegnet und nur noch Sache der Totenpriester. Sunus Innerstes sträubte sich gegen die Vorstellung, dass die Vorbereitungen zur Mumifizierung nun an der wunderschönen Dame Tuja vorgenommen werden würden. Man würde sie aufschneiden, die Eingeweide entfernen... Sunu weigerte sich seine Gedanken weiterzuspinnen. Unruhig ging er auf und ab, beobachtet von einem abwartenden Tunip. Der Schreiber ahnte, dass demnächst irgendetwas passieren würde und erhob sich. Er kannte seinen Herrn und diese Unrast hatte meist zu bedeuten, dass er etwas plante. Abrupt blieb Sunu vor ihm stehen. Es war nur ein innerer Zwang und er wusste nicht, wofür es nachher gut sein würde, aber plötzlich war ihm klar: Er musste Tuja noch einmal sehen. …
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