… Langsam schlossen sie die Wachen von außen. Thutmosis riß seine Halbschwester in die Arme und küsste sie wild. Sie wehrte sich nicht, zeigte aber auch keinerlei Regung. Kurz unterbrach der Pharao seine wilden Liebkosungen und schob die Frau auf Armeslänge von sich. Ihr Blick war eine Warnung an ihn, doch in seinen Augen erkannte sie eine Siegessicherheit, die sie bis ins Innerste traf. Plötzlich war sie sicher, dass ihr letzter Trumpf verloren war. Sie senkte den Blick, ihre innere Ohnmacht verbergend, wollte ihm gegenüber keine Schwäche eingestehen. Sie hatte sich fest vorgenommen, egal wie diese Nacht verlaufen würde, sie würde weder klagen noch Gefühl zeigen. Kurz schien Thutmosis zu zögern und eine abwegige Hoffnung regte sich in Hatschepsut dass er, als Frauenkenner, sich nicht nehmen würde, was ihm nicht willig dargeboten wurde. Sie hatte sich getäuscht. Nachdem er sie intensiv betrachtet hatte, riß er sie zurück in seine Umarmung und drängte sie in Richtung des riesigen Ungetüms von Bett. Thutmosis hatte tatsächlich kurz mit dem Gedanken gespielt, ihr noch Zeit zu lassen, schließlich hatte er bis jetzt noch immer von Frauen alles freiwillig bekommen, was er von ihnen hatte haben wollen. Während er sie betrachtete wurde ihm jedoch klar, dass er keinen Augenblick länger darauf warten konnte sie zu besitzen und sei es mit Gewalt. Auch hatte Hatschepsut den Ausdruck des Sieges in seinen Augen richtig gedeutet. Nach den geflüsterten Worten Hapusenebs im Festsaal konnte ihn nichts mehr aufhalten. Als sie die Liegestatt erreichten, hatte er ihr das Gewand bis zur Taille heruntergeschoben und küsste die festen Brüste, während er mit suchenden Händen ihren restlichen Körper erkundete. Die Königin hatte die Augen geschlossen und den Kopf in den Nacken geworfen. Das Diadem fiel mit metallischem Klirren zu Boden. Ihre Haltung drückte Stolz aus und verbarg ihre Angst. Noch einmal hob der Pharao den Blick und sah ihr kurz in die Augen. „Ich werde dir nicht wehtun, wenn du dich mir ergibst. Ich will dich nicht quälen, dich zu besitzen ist alles was ich will.“ Als er sie auf`s Bett drängte ließ sie sich ergeben darauf nieder sinken und während er mit keuchendem Atem auf sie glitt, erschien vor ihrem inneren Auge ein anderes Gesicht, eines das ihr lieb und teuer war.
*
Senmut hatte sich zum wiederholten Male Wein nachschenken lassen. Sunu beobachtete ihn versonnen. Es passte nicht zu dem sonst so vernünftigen Mann, sich zu betrinken. …

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