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…  Hatschepsut blickte ihnen nach, während sie im dunstigen Morgenlicht auf die Anlegestelle zusteuerten. Ihr Bruder musste sich nach Beendigung seines Scharmützels in Memphis eingeschifft haben, die natürlich bequemere Lösung gegen eine unbequeme Heimreise per Karawane durch die Wüste. In nahezu jeder Stadt mit einem Hafen lagen Schiffe vor Anker, jederzeit bereit nur dem Herrscher Kemets zu Diensten zu sein. Noch lange blickten drei Personen vom Jagdskiff aus in dieselbe Richtung. Sunu näherte sich den beiden Frauen am Bug und legte kurz tröstend seine Hand auf Tujas Arm. Als die schönen goldgelben Augen sich auf ihn richteten, erblickte er pure Panik darin.
                *
Trotzdem ihnen die ungetrübte Freude an der Jagd durch das vorangegangene Ereignis getrübt worden war, versuchten die Königin, Sunu und die Dame Tuja den Ausflug so gut es ging zu genießen. Die Sonne schickte bereits ihre wärmenden Strahlen durch das Schilf. Es versprach ein wundervoll milder Tag zu werden und als sie dann die ersten Enten aufflattern sahen, war der Schock über die Rückkehr Thuts vorübergehend vergessen, während die jungen Adligen mit ihrer Königin wetteiferten, wer die meiste Beute erlegen konnte. Diener wurden geschickt, die erlegten Enten aus dem Schilf zu holen. Geschickt eilten diese durchs flache Wasser, immer darauf bedacht, den baumstammähnlichen Gebilden auszuweichen, bei denen nur die böse glitzernden Augen verrieten, dass es sich um die Kinder Sobeks, des Krokodilgottes, handelte. Erst als die Sonne sich dem Horizont entgegenneigte gab die Königin den Befehl zur Heimkehr. Der Nil war in das flammende Licht der untergehenden Sonne getaucht und glänzte wie flüssiges Feuer. Eine leichte Brise brachte Erfrischung und keiner der Menschen an Bord hatte es eilig in den Palast zurückzukehren, am allerwenigsten die göttliche Gemahlin selbst. Immer wieder drängte sie den Kapitän zum Verweilen. Einmal sah sie einen hübschen alten Tempel am Ufer, dann wieder eine Nilpferdgruppe im Schilf. Es war nicht zu übersehen, dass sie Zeit zu schinden versuchte. Sunu beobachtete seine Herrin. Inzwischen hatte man sich unter den Baldachin des Zeltes zurückgezogen und es wurde Wein und Bier ausgeschenkt. Hatschepsut hielt ihren Becher immer wieder der Dienerin zum Nachfüllen hin und Sunu sah es besorgt. Auch wenn es Blasphemie war über so etwas nachzudenken, so konnte er den Gedanken doch nicht verdrängen, wie die schöne selbstbewusste Königin sich ihrem wankelmütigen bösartigen Bruder ergeben musste, zumindest körperlich. …
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