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…  Sie hatte in unangebrachter Hektik, was den Priestern sehr missfiel, das morgendliche Reinigungsritual an Amun vollzogen. Danach war sie, mit schwitzenden Sklaven und außer Atem geratender Medjay-Eskorte, zur Residenz zurückgerast. Dort begab sie sich erneut in ihre Gemächer und ließ sich ihr Kriegsgewand bringen. Wenig später verließ eine knabenhaft schlanke sehnige Gestalt, den Kopf bedeckt mit einem weißen Lederhelm, die Villa. Hohe Lederstiefel mit metallenen Beinschienen schützten die schlanken Beine und ein knielanger lederner Kriegsrock, mit Metallplättchen besetzt, klirrte bei jedem Schritt. Die einzigen Tribute an ihre hohe Stellung waren ein schmaler Goldreif, der ihre Lederkappe umschloß und an dessen Vorderseite sich die Uräusschlange aufbäumte und ein breites Pektoral aus Bronzegliedern. Es war besetzt mit bunten Edelsteinen, welche das Auge des Horus darstellten und es diente als Schmuck, aber auch zum Schutz gegen Verletzungen. Das Symbol des Gottesauges wurde allgemein gerne als Talisman benutzt; besagte doch der Mythos, dass der Gott des Chaos „Seth“ im Zorn seinem Neffen dem Falkengott „Horus“ die Augen ausgerissen habe. Die Fruchtbarkeitsgöttin Hathor jedoch fand und heilte den Schwerverletzten. Durch die Heilung der Göttin wurde das Auge des Horus, laut Glaubensgeschichte, perfektioniert und somit gerne auf Amuletten und anderem Schmuck als Schutzsymbol verwendet.
                *
Auf dem Hof der Residenz wartete die Medjaytruppe. Sunus Männer waren 50 an der Zahl und alle waren mit Pferd, Wagen und Bogen in Reih und Glied entlang der Hofmauer aufgestellt. Sunu hatte damit gerechnet, dass die Königin ihren eigenen Wagen und Leibwächter mitbringen würde. Zu seiner Überraschung, und auch zu seinem gelinden Entsetzen, erschien sie jedoch zu Fuß, nur von den zwei dunkelhäutigen Riesen begleitet. Sie stieg zielstrebig hinter dem Leutnant auf seinen Kriegswagen. Routiniert hielt sie sich mit einer Hand am Geländer des Gefährtes fest, während sie in der anderen einen wunderschönen vergoldeten Bogen hielt, dessen Pfeile sie in einem Köcher auf den Rücken geschnallt hatte. Etwas verdattert überlegte Sunu, ob er sich nun verneigen, oder gar vom Wagen springen und sich zu Boden werfen müsse, wie es normalerweise in so unmittelbarer Gegenwart eines Pharao vorgeschrieben war; noch ehe er jedoch zu Ende überlegen konnte spürte er einen kräftigen Knuff zwischen den Schulterblättern und eine leise Stimme zischte neben seinem Ohr: „Willst du hier Wurzeln schlagen, oder geht es endlich los? …
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