… zynischen Grinsen zurückfindend fragte er: „Hauptmann, ich frage dich als Chef des Irrenhauses - um was geht es denn eigentlich? Sind die Hethiter eingefallen?“ Diese unrealistische Frage einfach übergehend blickte der Hauptmann ihm in die Augen und sagte kurzangebunden: „Königin Hatschepsut will einen Rachefeldzug anführen.“ Sunu schnappte nach Luft und machte einen raschen Schritt rückwärts, als hätte sich eine giftige Kobra vor ihm aufgerichtet. „Wie bitte, was... “ Stotterte der sonst so beherrschte Mann und Nakht fuhr fort zu sprechen: „Die Königin hat gehört, dass vor kürzester Zeit eine Goldkarawane angegriffen und ausgeraubt worden ist und nun will sie eine Division Soldaten in die Wüste führen, um die Übeltäter aufzuspüren und ihnen die Beute wieder abzujagen. Sie will, so sagt sie, – ein Exempel statuieren –.“ Mit einer heftigen Drehung nahm der Hauptmann seine Durchquerung des Raumes wieder auf. Sunu fuhr sich mit den Fingern durch die von Tunip, der in solchen Dingen äußerst geschickt war, in viele schmale Zöpfe geflochtenen Haare und schüttelte den Kopf. Er hatte ja gewusst, dass die Königin äußerst abenteuerlustig war, aber diesmal war es etwas anderes, denn er würde die Verantwortung für ihr Wohlergehen tragen. Entschlossen stellte er sich dem hin und her eilenden Nakht in den Weg: „Gibt es denn keine Möglichkeit, sie davon abzuhalten?“ Fragte er verzweifelt. „Meinst du nicht, dass ich alles, wirklich alles versucht habe, um ihr das auszureden?“ Brüllte der Hauptmann händeringend. Dann begab er sich wieder hinter seinen Schreibtisch, ließ sich schwerfällig auf den Lederstuhl plumpsen und stützte ergeben den Kopf in die Hände. Er fügte sich ins Unvermeidliche, wohl merkend, dass Sunu ihm in der augenblicklichen Situation auch keine große Hilfe sein würde. Seine gelblichen Augen richteten sich auf den hilflos herumstehenden Leutnant und, nach kurzer Überlegung, gab er nun ruhig seine Anweisungen: „Du wirst deine Truppe zusammenrufen und die Königin in die Wüste begleiten. Stelle auch eine Division Soldaten zusammen. Nimm dir so viele Leute, Wagen und Pferde wie du brauchst. Ich verlasse mich auf dich.“ Kurz schwieg das Stadtoberhaupt, dann fuhr er fort: „Eigentlich bin ich zu alt für solche Sperenzien, aber ich werde euch begleiten. Offiziell werde ich den Oberbefehl haben, aber inoffiziell bist du der Befehlshaber. Mach dich an die Arbeit; sie will …
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