Wie Elsa, bin ich ein Novemberkind und wie Elsa, mag auch ich diese grauen Monate nicht. Ich wusele im Haus herum, beschäftige mich mit diesem und jenem, krame alte Erinnerungsstücke hervor, die ich über Jahre gehegt und gepflegt habe.
Lange habe ich nichts von Elsa gehört und lange habe ich auch nicht an sie gedacht. Ich räume im großen Schrank in der Diele, den ich als Garderobe nutze. In der hintersten Ecke steht ein mit Klebeband verschlossener Karton. Ich öffne ihn, und ein rotes Fotoalbum und viele beschriebene Hefte und kleine Bücher kommen zum Vorschein: Elsas Fotoalben und ihre Tagebücher: Viele Jahre stehen sie schon hier und genau wie Elsa, habe ich sie schon fast vergessen. Der Einband des Fotoalbums hat sich gelöst, schade, ich werde ihn reparieren. Mit Kleber und Wäscheklammern setze ich mich an den Tisch, und schnell ist der Schaden behoben. Die Klammern lasse ich über Nacht dran, damit alles gut trocknen kann. Wie alt mag dieses Album sein? Ich kann es kaum fassen, es müssen über fünfzig Jahre sein, so alt wie Elsa und ich. Der Inhalt des Kartons ruft Erinnerungen in mir wach und plötzlich wird mir bewusst, dass Elsa schon immer irgendwie neben mir war. Es dauert lange, bis ich es mir eingestehe und als ich mir dann ganz sicher bin, mag ich sie überhaupt nicht. Sie steht mir im Weg, weiß alles besser und will immer Recht haben. Elsa ist zögerlich, misstrauisch, zweifelnd und muss alles hinterfragen. Ich bin frei, offen und auf alles Neue neugierig. Ich freue mich auf jeden neuen Tag und im Gegensatz zu mir sieht Elsa ihm ängstlich entgegen. Wir sind so verschieden und doch so gleich. …
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