… Sie trat durch die Tür auf die Terrasse und sah zweifelnd hinter sich. Sie rechnete damit, überall, wo sie ging, Löcher in den Boden zu stanzen. Anita und Benedict flankierten die Tür. Benedict sah Sam an und sagte lahm: „Du siehst verboten aus.“ Anita sprang verzückt auf der Stelle und wedelte Sam mit einem Schlüssel zu. „Fantastisch. Fantastisch. Hier, unsere düstere Cinderella braucht doch einen angemessenen Fahruntersatz.“ Sie sah zur Kiesauffahrt. Im sanften Schein der Außenbeleuchtung stand ein dunkelroter Porsche Boxter Cabriolet mit cremefarbener Innenausstattung. Sam blickte mit offenem Mund zwischen Anita und dem Auto hin und her. Anita warf ihr den Schlüssel zu und flog in Sams Arme. Sie drückte sie heftig. „Ich komme wieder, sobald ich kann. Du hast ein Konto mit 250.000 Dollar, über die du frei verfügen kannst. Benötigst du mehr, musst du Benedict über Handy informieren. Er leitet alles Weitere in die Wege.“ Sam erwiderte Anitas Umarmung. „Ich danke dir.“ „Du findest alles im Handschuhfach. Zur Vorsicht haben wir einen doppelten Boden eingebaut, damit nicht zufällig jemand einen Blick darauf wirft. An der Oberseite befindet sich ein winziger Knopf. Drück ihn und der Boden des Handschuhfachs gleitet zur Seite.“ Anita seufzte. „Bring Tamara zurück und mach den Mistkerl fertig. Ach ja, fahr bitte vorsichtig, wenn es dir nichts ausmacht. Das Ding ist ein Leihwagen.“ Sam sah Anita an. „Showtime“
Kapitel 12
Immer wieder ließ Sam den Infusionsständer nach unten krachen. Nach einigen Schlägen überfiel sie eine heftige Übelkeit. Sam drehte sich zur Seite und würgte bittere Gallenflüssigkeit nach oben. Sie sah auf ihr Werk. Der Fuß des Infusionsständers hatte tiefe Dellen in die Haut geschlagen. Sam sah Knochen, rosafarbene Masse und zerfetzte Haut. Sie trat zwei Schritte nach rechts. Wieder krachte der Ständer auf die Leiber. Die Mädchen und Jungen zuckten wie in einem makabren Tanz. Immer weiter zog sie einen Kreis um die deformierten Körper. Ihre Schultern und Arme schmerzten. Du musst ihn dort treffen, wo es weh tut. Er muss fassungslos sein, damit er nicht mehr klar denken kann. Zerstöre sein Lebenswerk. Obwohl Sam wusste, dass es sich hier nicht um echte Kinder, noch nicht einmal um deren Leichen, handelte, kam sie sich innerlich zerrissen vor. Sie hasste Summersby für das, was er den Kindern angetan hatte und dafür, dass Sam wie eine rasende Furie nun über die Überreste seiner Opfer herfallen musste. …

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