Kapitel 5
Ihre Gedanken glitten 7 Jahre zurück in die kalten Mauern des mexikanischen Gefängnisses. Sie sah den großen Gemeinschaftsraum der Frauen, der sich im Keller des Knastes befand. Er hatte auf Sam immer wie ein Kerker aus dem Mittelalter gewirkt. Durch die vier vergitterten Oberlichter verirrte sich nur selten ein Sonnenstrahl. Die alten Mauern schienen den Angstschweiß und die Verzweiflung unzähliger Gefangener auszuschwitzen. Dieser widerlich saure Geruch paarte sich mit modriger Fäulnis zu einem Cocktail, der in der Nase juckte und sich als übler Geschmack auf die Zunge legte. Der nasskalte Raum war selbst zur Mittagszeit nur in diffuses Licht getaucht. Zusätzliche Lichtquellen konnten sich die Frauen durch das Entzünden von an den Wänden angebrachten Pechfackeln schaffen. Diese mussten von den Wärtern entzündet werden. Die Fackeln waren so hoch oben angebracht, dass sie nur von der rundumlaufenden Galerie, zu der die Frauen keinen Zutritt hatten, entfacht werden konnten. Der Raum bot diverse Nischen, die in dickes Felsgestein gehauen waren. Am Ende befand sich die größte Nische, in der die Sammelduschen der Frauen untergebracht waren. In einer Ecke des Raumes waren alte Holzstühle übereinandergestapelt, die neben den kalten Felsvorsprüngen den Frauen Sitzgelegenheiten boten. Drei dicke Stahlträger waren im Abstand von 6 Metern aufgestellt worden, die das schwere Deckengewölbe nachträglich abstützten. In diesem Raum verbrachten die Frauen den Großteil ihres Gefängnisalltages. Dabei wurden sie oft von der Galerie durch die Uniformierten begafft und Sam kam sich anfangs vor wie ein seltenes Tier in einem Zoo. …
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