Sie wählte ein Instrument mit skalpellartiger Klinge – war es vielleicht sogar ein Skalpell? Im Sitzen konnte sie die Klinge nicht erreichen. Stellte sie sich in gebückter Haltung hin, bildeten die Stuhlbeine eine unüberwindbare Barriere. Sie überlegte angestrengt. „Denk, denk, denk – wirf den Tisch, leg dich mit dem Stuhl auf den Boden und fummle dir das Skalpell irgendwie in die Hand.“ Das Umwerfen des Tisches war ein Klacks. Mit dem Rücken zum Tisch beugte sie sich nach vorne und benutzte die Stuhlbeine, um den Plastiktisch umzustoßen. Der Tisch kippte scheppernd um und die Instrumente verteilten sich klirrend auf dem Boden. Sie betete inständig, dass ihr Vorhaben ungehört blieb.
Um die Klinge zu erreichen, musste sie sich mit dem Stuhl auf den Boden legen. Dies gestaltete sich ungleich komplizierter. Sie hopste um den liegenden Plastiktisch herum und brachte sich in der Nähe der Klinge in Position. Mit welcher Methode würde ihr Körper am wenigsten Schaden nehmen? Skeptisch musterte sie den harten Betonboden. Ließ sie sich vornüberfallen, würden ihre Knie in Mitleidenschaft gezogen und sollte sie dabei das Gleichgewicht verlieren, ungebremst auf ihrem Gesicht landen. Sie zögerte – gleich drei Körperteile – sie war pragmatisch genug veranlagt, um über weitere Alternativen nachzudenken. Seitlich mit dem Stuhl umkippen – Schulter und Arm würden sicher verhindern, dass sie sich den Kopf anschlug. Wenn sie Glück hatte, kam sie mit ein paar Prellungen davon. Als Linkshänderin entschied sie sich für die rechte Seite. Auf eine eingeschränkte Funktionstüchtigkeit ihres linken Arms wollte sie nicht verzichten. Sie atmete tief durch, lehnte sich ein Stück nach links, um Schwung zu holen und warf ihren Oberkörper mit einem Ruck nach rechts. …
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