Er grinst nur und zieht sich einen Stuhl unter den Hintern.
„Wie immer, Juppi?“
„Klar doch, wie immer. Daß du da noch fragst.“
Der Kachelofen verbreitet eine milde Wärme, dem Juppi werden die Glieder schwer und das Gemüt leicht, er sitzt wie auf einer Wolke aus wattiger Behaglichkeit. Blickt mit Wohlgefallen herab auf die Katrin, die jetzt mit seinem Krug an den Stammtisch tritt.
„Zum Wohl, Herr Schnäbelli mit Doppel-El“, sagt sie freundlich, neckisch.
„Kommt der Kare heute?“
„Bin i der liebe Gott? I verabred mi net mit meine Gäst, die kommen scho von allein.“
Denn dem Kare allein wird er es sagen, muß er es sagen. Das Gesicht, der offene Mund, die Augen... Schon die Vorstellung ist ein Genuß.
„Ach, und Katrin, bringst du mir noch die Zigarrenkiste zur Feier des Tages? Aber die mit den ganz teuren, wenn's geht.“
„Juppi!“ Sogar der Mann von der Katrin, der sonst immer ziemlich tranig hinter der Theke herumsteht, fährt zusammen bei diesem Ausruf. „Was feierst denn, Herr Schnäbelli mit Doppel-El? Hast wohl im Lotto gwonnen?“
Hättest du wohl gern, denkt der Juppi. Lacht: „Warm, Katrin, schon ziemlich heiß sogar. Aber jetzt sei mal nicht so neugierig. Bring einfach die Zigarren und laß gut sein.“
Da geht die Tür auf, aber es ist nicht der Kare. Es ist der pomadige Emil. Er setzt sich ihm gegenüber, faßt den Juppi ins Auge und fährt sich mit den Fingern durch die Haarpracht. Doch der, Glatzkopf, der er ist, läßt sich heute durch sowas nicht provozieren. Fragt bloß:
„Na, Emil, geht's dir gut?“
Es gerät denn auch etwas mühsam, das Strahlen, hinter dem der Emil seine Verblüffung verbirgt. „Klar doch, mir geht's immer gut.“
„Schön für dich.“
Doch bevor die Unterhaltung ausufert, kommt die Katrin mit den Zigarren. Das ist jetzt eine Provokation andersrum. Der Emil ist nämlich Nichtraucher, er besteht darauf, Zigarrengestank sei schlimmer als ein Reißnagel im Hintern. Mißtrauen kommt in seinen Blick, Entsetzen, flackert schließlich zur Katrin, zum Kistchen, zum Juppi und zurück.
Der sucht sich die teuerste Zigarre aus, eine Sumatra. Genießerisch zieht er sie unter der Nase vorbei und schaut dabei den Emil fest an. Na, jetzt geh doch endlich, heißt das. Aber statt zu gehen, bestellt der Emil, auch er wie immer, auch er hat hier sowas wie Heimatrecht.
„Und bring auch die Knipsmaschine mit“, ruft der Juppi der Bierbauchwirtin nach.
„Seit wann rauchst du Zigarren?“
„Bloß soviel, Emil: Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die verstehst du nicht. …
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