Auch zum Sauersein braucht es Energie. Der Juppi hat nichts mehr davon in sich gehabt. Wenn der Aufzug jetzt auch noch steckengeblieben und er ein paar Stunden festgesessen wäre, es hätte ihn nicht gewundert. Wenn schon morgens was schiefläuft, läuft es tagsüber vollends schief. Er hat sich zu früh gefreut. Es ist heute wie immer.
Er ist aber dann ohne Zwischenfall in seine Wohnung gelangt. Bloß dort, das war wie in ein tiefes, schwarzes Loch fallen. Jetzt mit einem allein sein, der immer alles verpatzt, nein, das hätte der Juppi jetzt nicht auch noch ertragen. Reden, sich Mut zu sich selber anreden, egal was und mit wem, nur Luft, Leute, Leben. Und dabei vergessen.
Zwei Stufen auf einmal ist er hinuntergesprungen auf seiner Flucht, und draußen, eine Fantadose auf dem Gehsteig, er kickt, kickt Wut, Enttäuschung, Verzweiflung, es hat genauso gescheppert, wie ihm zumute war. Erst vor dem Bierbauch hat er sein Opfer in Ruhe gelassen.
„Ah, der Juppi“, hat ihn die Katrin, die Wirtin, begrüßt. „So früh schon heut?“
Es war dem Juppi sein Gewittergesicht, das sie stumm gemacht hat. „O o o“, sagte sie leise zu ihrem Mann, der mit auf dem Bauch gefalteten Händen neben ihr stand, und schlenkerte die Hand vor dem Gesicht. Und wie sie seinen Deckelsteinkrug vor ihn hingestellt hat, grantelte sie passend zu diesem Gesicht: „Wohl bekomm's.“ Weil, die Katrin ist eine gute Wirtin.
Dem Juppi war schon etwas schummrig, als der erste Stammtischgast eintraf. Emil, der pomadige Emil, der Angeber, der Schleimer. Der Emil ist zwanzig Jahre älter, hat aber noch genug Haare, um mit ihnen und viel Wichs dünne Stellen in der Frisur zu verkleistern. Sonst schon eine Provokation für den Juppi, aber heute besonders.
„Dich kann ich jetzt nicht auch noch ertragen“, hat er in seinen Krug hineingemault. …
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
342 Leser seit 1. Jan. 2025 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!