“Du lieber Gott”, dachte ich und das bei dieser Hitze. Ich selber wäre so sauer gewesen, dass ich gleich wieder nach Hause gefahren wäre.
Unsere Telefongespräche, verschiedene Stimmungen, ein süßes, liebes Stimmchen, ich stellte mir Vera zuckerblond, rosig, klein, mit passenden Rundungen und leicht verschusselt vor.
In meine Hofeinfahrt fuhr ein schwarzes Cabrio einer Nobelmarke und aus stieg eine Lady in Black. Groß, rasant und schick, schwarz von den Haarspitzen bis in die Fußsohlen, da hatte mit Sicherheit ein italienischer Modedesigner seine Finger im Spiel.
Vera war quietschvergnügt und strahlte trotz ihrer vorangegangenen Irrfahrt. Ihre Tasche, ebenfalls schwarzes Leder, hatte solche Ausmaße, dass ich annehmen konnte, sie habe sich auf einen mehrtägigen Besuch bei mir eingestellt.
Ihre Freude war so überschwänglich, dass ich mich irritiert fragte: “Warum?” “Ich hatte solche Angst, dass Sie eine Frau mit Gesundheitsschuhen sein könnten, dann wäre ich nämlich gleich wieder eingestiegen. Hier laufen alle Frauen so schlimm herum und nach Italien tut das weh”.
Veras Blutdruck war inzwischen wieder auf das normale Maß gesunken und so gingen wir in mein Büro. “Schlimm war die Fahrt eigentlich nicht, ich habe ja eine Klimaanlage” und trinken wollte sie auch nichts. Eine Flasche Wasser, zwei Äpfel, Geldbörse, Haarbürste und Handy. Das war anscheinend der wichtigste Inhalt ihrer überdimensionalen Tasche, den sie vor mir auf meinem Schreibtisch ausbreitete. “Ich habe doch alles bei mir, da kann mir gar nichts passieren. Ich muss immer so eine große Tasche haben, ich, mit so einem kleinen tussigen Täschchen über dem Arm das passt einfach nicht zu mir, ich finde, hat auch kein Gesicht”.
Alles an Vera hatte Gesicht. Ihre Irrfahrt dauerte zwei Stunden und jetzt musste sie erst einmal Timmi anrufen um ihm zu sagen, dass sie bald wieder zu Hause sei und ihm dann sein Essen machen würde. Aber Timmi hatte sich für heute mit Broten begnügt, er fühlte sich wohl und trieb seiner Mutter die Eile aus. …
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